Welpen - illegale Einfuhr

In Tierschutzkreisen ist es allgemein bekannt, aber der Durchschnittsbürger ist meistens ziemlich ahnungslos, geschweige denn, daß er sich die Ausmaße vorstellen kann. Die Rede ist vom illegalen Welpenhandel, der es als Thema zwar ab und zu mal bis in die Presse schafft, aber ansonsten weitgehend unbeobachtet von der Gesellschaft und der Justiz seinen Geschäften mit der Ware „Welpe“ nachgehen kann. Im Ausland produzierte Welpen (meist aus Osteuropa) werden in riesigen Mengen nach Deutschland gebracht, um sie dort zu verkaufen. Das hört sich erst einmal harmlos an, denn wir haben uns an die Offenen Grenzen mit reichlich „Warenverkehr“ ja irgendwie gewöhnt. Was aber überhaupt nicht harmlos ist, sind die genaueren Umstände, die für die illegalen Händler große Gewinne und für die Hunde und deren zukünftige Besitzer ganz viel Leid bringen. Und zwar angefangen bei den katastrophalen Aufzuchtbedingungen in irgendwelchen dreckigen Verschlägen mit einer Mutterhündin, deren einziger Daseinszweck der einer Gebärmaschine ist, die bei jeder Läufigkeit gedeckt wird, bis sie ausgedient hat (was passiert wohl dann mit der Hündin?!). Es geht weiter damit, daß die Welpen viel zu früh von ihrer Mutter getrennt werden, meist im Alter von 4 Wochen, manchmal noch früher. Ein verantwortungsvoller Züchter würde einen Welpen frühestens mit 8 Wochen, eher noch etwas später, abgeben. Diese viel zu kleinen Hundekinder werden ungeimpft und verwurmt auf eine weite Reise geschickt, zu hunderten in LKW´s oder im Kofferraum eines Privatautos. In Deutschland ist die Vermarktung dank Internet ganz einfach, denn es gibt einfach zu viele Menschen, für die der online- Einkauf so normal geworden ist, daß sie darüber sogar ein Lebewesen kaufen. Die wenigsten von ihnen merken aber, in welche Geschäfte sie geraten und die anderen interessiert es erst gar nicht. Wer dort einen Welpen kauft, macht sich mitschuldig, denn er hält das Geschäft durch illegalen Welpenhandel damit am Leben. Jeder verkaufte Welpe schafft bei den Händlern Platz für den nächsten Hund, der nach Deutschland gebracht wird! Beim neuen Besitzer stellt sich dann schnell heraus, daß der erworbene Hund nicht gesund ist. Wobei der obligatorische Parasitenbefall des Hundekindes noch das harmlosere ist, auch wenn so mancher dieser viel zu kleinen, mutterlosen und völlig gestreßten Welpen auch das nicht überlebt! Richtig schlimm aber sind die ansteckenden Hundekrankheiten, die so gefährlich sind, daß wir in Deutschland froh sein können, wenn unsere Hunde dagegen geimpft sind (…Ihr Hund ist doch auch geimpft, oder??). Bei einem 4 Wochen alten, mutterlosen Welpen aus unhygienischer Massenaufzucht und mit Parasiten aller Art, der gerade quer durch Europa gekarrt wurde, ist die Wahrscheinlichkeit riesengroß, daß

er den hochansteckenden Parvovirus (oder einen der anderen Hundekrankheiten) in sich trägt und der neue Besitzer einen todkranken Welpen kauft. Nun hat der frischgebackene Hundehalter nicht nur die Sorge um das Überleben seinen süßen Welpen, sondern die tierärztliche Intensivmedizin kostet auch entsprechend viel Geld, und zwar ohne Garantie, daß der kleine Hund die schwere Infektion überhaupt übersteht. Wenn Hund und Besitzer Glück haben, wird der kleine Welpe gesund. Und wenn beide richtig Glück haben, ist der Welpe weder einer der extrem ängstlichen Hunde (die in der Massenaufzucht keine Prägung auf Menschen und Umwelt erfahren haben) noch bekommt er weitere gesundheitliche Probleme (genetisch bedingte durch Inzucht und planloses Vermehren in den Massenzuchten oder durch die schlechte Aufzucht mit Parasitenbefall und unpassender Ernährung). Für den einen Welpen mag zwar alles gutgehen, aber viele andere Hundekinder werden dieses Glück nicht haben. Und was passiert eigentlich mit der „Überschußware“, die nicht verkauft wird, weil der Markt gerade mal gesättigt ist? Zurück in ihr Heimatland nimmt der Händler die kranken Tiere sicherlich nicht, dort haben sie keinerlei Marktwert. Sie werden kurzerhand ausgesetzt. Die drei kleinen Welpen, die am 7.1.2018 auf dem P&R Parkplatz zwischen Olpe und Gerlingen in einer Einkaufstasche ausgesetzt wurden, haben Glück gehabt, daß sie so schnell gefunden wurden. Sie sind wahrscheinlich die unverkäuflichen Reste des Weihnachtsgeschäfts und die Spitze eines Eisberges. Ebenso wie die Welpen, die in einer ähnlichen Einkaufstasche in Hilden gefunden wurden und nun im dortigen Tierheim versorgt werden müssen. Die Welpen im Olper Tierheim waren nicht nur massiv verfloht und verwurmt, sie haben auch die besonders für Welpen so gefährliche Parvovirose. Für das Tierheim bedeutet das Quarantäneunterbringung und Intensivpflege der Patienten mit viel Bangen und Hoffen um das Leben der kleinen Hunde, während der Händler längst mit seinem Gewinn im Heimatland angekommen ist. Und die nächste Fahrt nach Deutschland plant, wo es so viele naive Hundekäufer gibt, die glauben, im Internet ein Schnäppchen in Gestalt eines Billigwelpen machen zu können… Übrigens werden auch Katzenwelpen aus dem Ausland illegal in Deutschland gehandelt. Gerade Rassekatzen erfreuen sich bei uns leider zunehmender Beliebtheit. Weil sie bei Züchtern aber ihren Preis haben, versprechen sie kriminellen Tierhändlern Gewinn, wenn sie billiger angeboten werden und dadurch ihre Käufer finden. Bitte sich informieren Sie sich weiter über dieses Thema (im Internet finden Sie unter dem Stichwort „Illegaler Welpenhandel“ viele lesenswerte Seiten) und klären Sie Ihre Bekanntschaft darüber auf. Nur wenn die Nachfrage bei den Händlern zurückgeht und damit ihr finanzieller Gewinn, kann der illegale Welpenhandel gestoppt werden!