Das Tierheim

Weitere Infos zum Tierheim Olpe

Wer ist der Tierschutzverein für den Kreis Olpe?


Zunächst einmal wird der Tierschutzverein von seinen Mitgliedern getragen, derzeit sind es ungefähr 500. Damit der Verein seine Ziele verfolgen und ordnungsgemäß arbeiten kann, gibt es einen Vorstand. Dazu gehören die Vorsitzende und ihre Stellvertreterinnen, die Geschäftsführerin sowie der Kassenwart. Sie kümmern sich auch um den anfallenden Verwaltungsaufwand, der sich zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit Behörden und Gerichten ergibt. Alle arbeiten übrigens ehrenamtlich. Und das ist natürlich das Stichwort für die wichtigste Stütze des Vereins: Der Einsatz der vielen ehrenamtlichen Helfer. Ohne sie gäbe es keine Veranstaltungen, könnten wir die Tiere nicht so betreuen, wie es erforderlich ist, ließe sich das Tierheimgelände nicht pflegen ... Kurzum: Der Tierschutzverein könnte ohne dieses Engagement seine Aufgaben nicht bewältigen!

Was sind die Ziele des Vereins? Welche Aufgaben hat er sich gestellt?

Uns beschäftigen alle tierschutzrelevanten Themen im Kreis Olpe. Außerdem unterhalten wir das Tierheim, damit wir uns um Fund-und Abgabetiere kümmern können.
Den Verein gibt es übrigens seit 1966, das Tierheim seit Anfang 1972.
Das Tierheim gehört also ...
... dem Tierschutzverein!

Wann und wie wird der Tierschutzverein aktiv?

Oft rufen Bürger uns an und machen auf Missstände aufmerksam. Der Tierschutzverein hat zwar keine rechtlichen Befugnisse, aber wir arbeiten mit dem Kreisveterinäramt und den Ordnungsämtern zusammen und vermitteln den jeweiligen Fall weiter.
Tierschutzangelegenheiten sind oft sehr heikel und in den Behörden schätzt man unsere Kompetenz, die wir uns in vielen Jahren erworben haben. Es hat sich Vertrauen entwickelt und die Zusammenarbeit ist eingespielt.
Außerdem haben wir mit den Kommunen Fundtierverträge abgeschlossen. Durch sie verpflichten wir uns, Fundtiere aufzunehmen.
Dann kümmern wir uns intensiv um unsere Tiere, zu denen ja auch Abgabetiere gehören und Tiere, die wir aus einer schlechten Haltung herausholen konnten. Sie werden vernünftig untergebracht und medizinisch versorgt, später müssen wir für sie ein neues, artgerechtes Zuhause finden.
Und nicht zuletzt greifen wir mit unserer Öffentlichkeitsarbeit Tierschutzthemen auf, machen auf Probleme aufmerksam und beziehen Stellung, wie jetzt zum Beispiel bei der Kastrationspflicht für Katzen.

Kümmert sich der Tierschutzverein auch um Pferde, Nutztiere ...?

Ja, auch bei Pferden, Schafen, Ziegen, Rindern und Schweinen werden wir zu Rate gezogen. Wir bewerten die jeweilige Situation und leiten dann weiter an befreundete Vereine, von denen wir wissen, dass sie kompetent sind, und die die Tiere im Idealfall sogar unterbringen können.

Wird der Tierschutzverein in allen Städten und Gemeinden des Kreises Olpe tätig?

Ja, wir sind ein Tierschutzverein für den gesamten Kreis Olpe.

Wie finanziert sich der Verein? Woher stammen die Einnahmen?

Zunächst einmal erheben wir Gebühren, wenn wir ein Tier annehmen oder abgeben. Dieses Geld reicht jedoch bei Weitem nicht aus, um die anfallen-den Kosten zu decken.
Daher muss der Verein auf weitere Einnahmequellen zugreifen: Da sind zum Beispiel die Mitgliedsbeiträge. Sie sind für uns deshalb so wichtig, weil sie regelmäßig hereinkommen und eine kalkulierbare Grundlage bilden. Die Mitgliedschaft ist auch überhaupt nicht teuer: Schon ab 25 Euro im Jahr kann man bei uns Mitglied werden.
Dann gibt es die Möglichkeit einer Tierpatenschaft. Zum Beispiel können Sie einen monatlichen Beitrag zur Verfügung stellen, den wir für die Versorgung und Betreuung einer bestimmten Katze oder eines Hundes verwenden.
Eine wichtige Einnahmequelle sind die Gelder, die uns aus den Fundtierverträgen zufließen, die wir mit den Städten und Gemeinden abgeschlossen haben. Bemessungsgrundlage ist hierbei die Einwohnerzahl einer Kommune und nicht das einzelne Pflegetier.
Auch sind wir Empfänger von Bußgeldern, die uns von den Gerichten zugewiesen werden.
Ohne Spenden ginge jedoch gar nichts! Ob Futterspende, die Sammlung in einer Schule, der Aufruf innerhalb einer Belegschaft oder die Zuwendungen anlässlich einer Veranstaltung im Tierheim wie Osterbrunch, Sommerfest und Nikolaustag - unser Dank gilt jedem einzelnen Spender. Wir sind auf diese Unterstützung dringend angewiesen!

Sind die Spenden absetzbar?

Ja, für Spenden gibt es eine Spendenquittung und was viele nicht wissen: Auch der Mitgliedsbeitrag ist steuerlich absetzbar

Wofür wird das Geld verwendet?

Zunächst einmal müssen die Tiere versorgt werden: Das bedeutet Futterkosten und vor allem hohe Tierarztkosten. Die Tiere kommen häufig krank oder verletzt zu uns, Fundtiere müssen kastriert werden. In einzelnen Fällen brauchen wir auch schon mal einen Trainer, um einem gepeinigten Hund sein Hundeleben zurückgeben zu können.
Es entstehen Personalkosten und die Rechnungen für den Unterhalt des Tierheims müssen auch bezahlt werden: Heizung, Strom, Wasser ...

Wie viele fest angestellte Mitarbeiter sind der-zeit im Tierheim tätig?

Zwei Vollzeitkräfte, beide sind ausgebildete Tierpflegerinnen. Sie verrichten eine Arbeit, für die sehr viel Einsatzbereitschaft erforderlich ist. Sie machen Überstunden, arbeiten an Feiertagen und Wochenenden und werden oft mit Situationen konfrontiert, die man erst mal wegstecken muss: gequälte Tiere, ignorante Menschen oder unseriöse "Kunden".
Eine Auszubildende haben wir auch wieder bei uns. Wir bilden sie im Verbund mit dem Tierheim Siegen zur Tierpflegerin aus. Durch die Verbundlösung lernt sie nicht nur verschiedene Menschen und Aufgabenbereiche kennen, auch die größere Artenvielfalt ist ein großer Vorteil.
Komplettiert wird unser Team durch unseren Hausmeister, ein echtes "Mädchen für alles". Er repariert, flickt, baut um und an, kümmert sich und ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird.
Der Ausbildungsplatz und die Hausmeisterstelle werden durch öffentliche Mittel gefördert. Alleine hätten wir das nicht stemmen können.

Werden die Tätigkeiten von Vorstand und Verein kontrolliert?

Um garantieren zu können, dass mit unserem Haushalt alles seine Richtigkeit hat, erfolgt einmal im Jahr eine Kassenprüfung durch ein Steuerbüro.
Dann gibt es die Jahreshauptversammlung. Jedes Mitglied erhält dazu im Vorfeld Post, in der unsere Geschäfte offengelegt werden. Außerdem steht der Vorstand alle drei Jahre zur Wahl.
Für die öffentlichen Zuschüsse und Zuwendungen werden zum Beispiel Rechenschaftsberichte verlangt.
Und das Tierheim selbst braucht eine Betriebserlaubnis, in der es um die Tierhaltung, aber auch um personelle Voraussetzungen geht.
Das alles ist zwar mit einem recht großen Aufwand verbunden, sicherlich aber auch erforderlich. Wichtig ist, dass die Mitglieder und Förderer dadurch Vertrauen zu uns und unsere Tätigkeit fassen können.

Was ist das wichtigste Thema für die nähere Zukunft?

Ganz sicher die Katzenproblematik! Wir sehen uns einer ständig wachsenden Katzenflut gegenüber und diese Katzenflut bringt ungeheures Katzenelend mit sich: Die Tiere sind unterernährt und kommen nicht durch den Winter, Infektionserkrankungen breiten sich aus. Wenn die Tiere nicht daran verenden, bleiben oft Geschwüre, Entzündungen, Blindheit zurück. Im Jahr 2006 hat uns die Katzenseuche beinahe in den finanziellen Ruin getrieben. Angesicht der Vielzahl der Tiere ist im Tierheim keine artgerechte Haltung mehr möglich ...
Wir müssen daher dringend Katzenbesitzer und Kommunen sensibilisieren: Alle Freigänger müssen geimpft und vor allem kastriert werden - und nicht nur die Kater! Paderborn ist bundesweit der Vorreiter, es gibt dort eine Kastrationspflicht für Katzen.
Im Kreis Olpe ging Kirchhundem mit gutem Beispiel voran: Verwilderte Katzen wurden hier eingefangen und kastriert.